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Führen aus dem Home Office

5 Tipps, wie Du Deine Führungswirkung auch aus dem Home Office stärkst

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Liebe Führende,

Mit der Umstellung auf Home Office stellen sich neue Herausforderungen. Hier findet Ihr deshalb 5 Tipps, wie Ihr Eure Führungsaufgabe auch von zuhause aus erfüllend wahrnehmt. Lasst uns doch via Email wissen, wie Euch diese Tipps geholfen haben. Unsere Email sowie unsere Social Media Kanäle findet Ihr unten verlinkt. Vielen Dank für Euer Feedback.

Hinweis: Diese Tipps stützen auf eine Methode, die Martin über die letzten 15 Jahre entwickelt, breit getestet und laufend verfeinert hat. Sie unterscheidet fünf Kernaufgaben der Führung: Tell, Integrate, Grow, Encourage und Realize. Zu einer vertieften Auseinandersetzung mit diesen Kernaufgaben stehen eine Leseprobe von Martins Buch oder Journalbeiträge auf seiner Website zur Verfügung.

Im Zentrum der Methode steht eine ermöglichende und fördernde Führungshaltung, dank der sich Mitarbeitende weiterentwickeln, Chancen schaffen und das Unternehmen weiterbringen.

Tipp 1 (zu TELL: Wie Du Mitarbeitende mit Deiner Absicht bewegst)

Im Duden wird Resonanz bezeichnet als "Mitschwingen, -tönen eines Körpers in der Schwingung eines anderen Körpers." Genau darum geht es bei Tell: Mitarbeiter sollen Deine Schwingung aufnehmen, mitschwingen und Deine Absicht mittragen. Erzeuge auch dann Resonanz, wenn die physische Präsenz wegen Home Office fehlt. Hilfreich ist beispielsweise die zeitliche Erzählstruktur: gestern, heute und morgen. Gerade in Zeiten einer besonderen Lage blicken Menschen gebannt nach vorne und fragen sich, was ihnen (noch) bevorsteht. Darob vergessen sie ihre bisherigen Kompetenzen und wichtigen Erfahrungen. Indem Du jeweils einen Bezug zur jüngeren Vergangenheit herstellst und auf eben diese Errungenschaften verweist, stärkst Du nicht nur den Bezug zu diesen Kompetenzen, sondern auch zur individuellen Handlungsfähigkeit im Hier und Jetzt. Deswegen solltest Du immer auch von heute sprechen. Setze das heute in Bezug zum gestern. Auf was können sich Mitarbeitende heute stützen und verlassen? Auf was können sie vertrauen und zählen? Und dann erweitern Sie diese Errungenschaften in die Zukunft - verbinden heute mit morgen: Was wird auch morgen gelten? Auch wenn vieles für viele neuartig scheint, bleiben immer ein paar Bojen fest verankert. Weise darauf hin.

Übrigens hilft Dir diese Erzählstruktur auch, typologisch optimal zu kommunizieren. Während Du mit gestern eher die loyalen ansprichst, die nur ungern ein etabliertes Beziehungsnetz verlassen, erreichst Du mit mit heute die Sicherheitsorientierten, die Fehler vermeiden wollen und etablierte Pfade nur dann verlassen, wenn dies logisch erscheint. Und Du erreichst auch die Antreiber, welche in der aktuellen Lage stets eine Chance sehen, diese zu optimieren, zu verändern, zu gestalten. Und schliesslich erreichst Du mit morgen die Visionäre und Geschichtenerzähler, die weit nach vorne blicken und daraus spannende, innovative Zielbilder entwickeln.

Tipp 2 (zu INTEGRATE: Wie Du Mitarbeitende zu initiativen, agilen und vielseitigen Kollektiven verbindest)

Vertrauen entsteht in der Schnittmenge zwischen dem, was Du sagst und dem, was Du tust. Integrate dreht sich um das Thema, wie Du das wechselseitige Vertrauen stärkst und dieses einander auch schenkst. Achte auf Deine Kommunikation. Gerade die ungewohnte Umgebung im Home Office oder beispielsweise in Videokonferenzen können Führende dazu verleiten, den Mund zu voll zu nehmen, wenn das unmittelbare soziale Feedback fehlt. Via Telefon, Email oder Videokonferenz kann die Reaktion der Teilnehmenden nicht oder nicht gut genug erkennbar sein. Durch bewusste Kommunikation schaffst Du Vertrauen - in Dich und andere. So entsteht Sicherheit, die wir alle ab und zu suchen. Schenke also Dein Vertrauen. Was hast Du denn sonst gross anzubieten? Zeige, dass Du anderen etwas zutraust, ohne sie einfach alleine losziehen zu lassen. Du bist da und Du fragst nach. Definiere kleine Experimente und helfe Mitarbeitenden die Ergebnisse richtig einzuordnen. So, dass sie daran wachsen können. Dann schenken sie auch Dir ihr Vertrauen. Und das brauchst Du. Sonst stehst am Schluss alleine da. Vielleicht fängst Du kurz bei Dir selbst an: Als wie vertrauenswürdig hältst Du Dich selbst? Als wie vertrauenswürdig halten Dich Deine Kolleg*Innen?

Tipp 3 (zu GROW: Wie Du Potenziale in Mitarbeitenden entfaltest und neue Chancen schaffst)

Willst Du Mitarbeitende entwickeln, kannst Du beispielsweise deren Selbstwirksamkeit fördern. Das gelingt grundsätzlich über vier Wege: Erfolge wiederholen lassen, andere beobachten und dann nachmachen lassen, zu neuen Schritten überzeugen oder an einen höheren Sinn appellieren. Wenn Du im Home Office arbeitest kannst Du den dritten Weg nützen: Als Respektsperson andere gewinnen, überzeugen. Das hat mit autoritärem Gehabe nichts zu tun. Respekt gewinnst Du, wenn Du Dich um andere kümmerst, Dich selbst zurückzunehmen verstehst. Dadurch entsteht Distanz zu anderen, dank der sie umfassender erkennen und virtuoser handeln und anderen die passenden Chancen schaffen. Und genau dabei geht es bei Grow: Den Erfolg der anderen ermöglichen, den Steigbügel halten und dafür sorgen, dass Mitarbeitende über sich hinaus wachsen können. Denn nur realisierte Potenziale zeigen weitere Potenziale. Schaffe einen Raum für Individualität, in dem sich Mitarbeitende als Mensch erfahren und sich akzeptiert fühlen. So wagen sie auch neue Schritte. Tönt zu weich? Dann hör Dir mal durchschnittliche Führungsgespräche an - da bleibt nicht viel Raum für Entwicklung... Frag Dich selbst: Wer hat Dich bisher überzeugen können? Weshalb und wie?

Tipp 4 (zu ENCOURAGE: Wie Du Mitarbeitende befähigst, sich selbst und anderen zu helfen)

Der grosse Unterschied zwischen Führenden, die meinen zu coachen und Führenden, die tatsächlich coachen liegt in deren Fähigkeit, Stille auszuhalten. Denn Coaches sind gute Fragende. Und über gute Fragen muss man in der Regel nachdenken, was mal mehr, mal weniger lang dauert. Interessanterweise sind viele Führende mit dieser Nachdenkzeit überfordert und grätschen in den laufenden Denkprozess. Nicht wenige Mitarbeitende machen diese Erfahrung und warten einfach, bis ihnen die Führenden vorsagen, was sie nun an ihrer Stelle täten. Und die Führenden fühlen sich dann in ihrer Rolle als "Vorgesetzte" bestätigt, während die Mitarbeitenden nur noch halb bei der Sache sind - sie wurde ihnen ja quasi aufgezwungen. Deshalb: Provoziere den "ausgesprochenen Nutzen." Denn darum geht es bei Encourage: Hilf anderen mit Deinen Fragen neue Dinge zu sehen, ohne ihnen direkt zu sagen, was sie sehen sollten. In der eigenen Erkenntnis steckt bereits schon der Mut zum nächsten Schritt. Bleiben Mitarbeitende stehen oder fallen sie auf die Nase, fordere sie auf, darüber nachzudenken, wie es soweit kommen konnte. Verzichte auf Fehlerzuweisungen und vor allem auch darauf, selbst eine Antwort zu liefern. Lass Mitarbeitende nachdenken. Du wirst überrascht sein vom kreativen Potenzial, das sich Dir einfach nur deshalb öffnet, wenn Du ruhig bleibst. Ob Du etwas vorgibst oder ob Mitarbeitende selbst draufkommen, sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Im Home Office lauert die Gefahr, sich selbst einzubringen, die Stille zu durchbrechen, noch viel häufiger. Denn wir sind nicht gewohnt, am Telefon oder in der Videokonferenz nichts zu sagen. 

Tipp 5 (zu REALIZE: Wie Du den Erfolg der Mitarbeitenden festigst und multiplizierst)

Im Home Office ist die Möglichkeit kaum gegeben, quasi per Zufall einer Kollegin oder einem Kollegen über den Weg zu laufen, oder diese in einem Meeting zu treffen und etwas SmallTalk zu betreiben. Deswegen können eigentlich wichtige Informationen (z.B. über einen neu entwickelten Lösungsansatz beim Kunden X), die jedoch inhaltlich mit den Themen der virtuellen Meetings nur wenig zu tun haben, nicht fliessen. Unternehmen sind aber darauf angewiesen, dass intern solche Errungenschaften geteilt werden und sich so Erfolge multiplizieren können. Denn genau darum geht es bei Realize: Dass die Investitionen offen geteilt und breit genützt werden. Sodass nicht alle das bereits bekannte Rad neu erfinden müssen. Auch wenn es (zumindest in der Schweiz noch) verpönt ist, über Erfolge proaktiv zu reden, wird dies gerade im Home Office zu einer Notwendigkeit. Ganz einfach, weil es sonst nicht passieren wird um dem Unternehmen deswegen attraktive Chancen verloren gehen. Spring über Deinen Schatten und teile Erfolge mit. Das erhöht auch die Visibilität Deiner Mitarbeiter, was wiederum eine ganz andere Reihe positiver Effekte erzeugen kann.

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Haben Dir diese 5 Tipps geholfen? Lass es uns bitte via Email wissen. Wir schätzen Dein Feedback. Vielen Dank.

Martin Bürki / 26.3.2020


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